Harz-MTBO 2009
Am vorletzten Oktoberwochenende trafen sich alle ESV-Starter in der Jugendherberge Meisdorf im Harz. Nach dem
Karteneinzeichnen hatten wir noch einen Grund das Sektglas zu schwingen. Uli hatte nen Runden zu
vermelden. So war bei geselligem beieinander der Abend schnell rum. Teilnehmer unter dem 100 Teams
umfassenden Starterfeld waren JeWu und Uli (Konkurrenzlos), Birgit und Ulf (Harz-Express), Anke und Felix ( kivel:o) ),
Lars und Jens (w3.roscher3000.de) und unsere Staubsauger Christoph und Holger.
Team Staubsauger räumte ordentlich ab und nahmen zusätzlich zum Kartoffelsack noch einen
Zwiebelsack mit und den wiedergefundenen Tacho von Holger. Da die Berichte der Teams so nett
formuliert waren sind sie hier gleich im Original eingestellt. Start und Ziel lag in Gernrode.

Konkurrenzlos: Okay - den Sprint unserer Startgruppe vom Vorstart weg zur Ausgabe der
Postenwertigkeitszettel hatten wir schon mal gewonnen. Meisterlich gesprintet, ohne große
Orientierungsfehler ;-). Große Orientierungsfehler sollten uns insgesamt betrachtet an diesem
Tag auch erspart bleiben. Wie der größte Teil der anderen Teams orientierten auch wir uns vorwiegend
an breiten Forstwegen und nahmen immer nur kurz vorm anzufahrenden Posten gezwungenermaßen die tiefen,
schlammigen Wege, die aber dieser Tage zuhauf im Harz anzutreffen waren. Alles in allem lief es
zu Beginn der 5 Stunden recht gut. Immer wieder überholten wir andere 2er-Teams und fuhren
zielstrebig von Posten zu Posten. Tja ... und dann ging's auf die andere Karte. Dieses Jahr
verteilte sich das Postengebiet auf 2 Karten: die eine, von uns zuerst befahrene war feinstes
Orientierungsmaterial - alle Wege eingezeichnet: breit eingezeichnete Wege waren auch tatsächlich
breit und gut befahrbar und die schmalen, gestrichelten Linien konnte man guten Gewissens vorzeitig
aus der Routenplanung streichen. Die zweite war dagegen eine Wanderkarte gröbster Machart. Erstens
unglaublich kompliziert faltbar, weil die Dinger eben schon ziemlich ungünstig vorgefaltet sind
und zweitens, was für uns eine besondere Herausforderung war, so grob und ungenau, daß man beim
Orientieren schon manchmal ratlos an einer Kreuzung stand und nicht wußte, ob der kreuzende Weg
nun eingezeichnet war oder nicht. Jedenfalls versuchten wir uns ab dem Punkt, an dem wir uns auf
dieser Wanderkarte orientieren mussten, auf Straßenfahrten zu beschränken und nur wenn notwendig,
in den Wald zu düsen. In diesem Abschnitt blieb auch ab und an Zeit für einen Blick in die
Landschaft: der Herbst präsentierte sich zwar nicht unbedingt von seiner goldigen Seite, ab
und an blinzelte aber doch die Sonne durch die tiefhängende Wolkendecke und tauchte für einige
Minuten die Gegend in die schönsten Farben. Jedenfalls fuhren wir so, einiges an Umweg in Kauf
nehmend südlich der Karte Richtung Rappbode-Talsperre, um die dort befindlichen 40-Punkte-Posten
abzugrasen. Schnell merkten wir aber, dass die Zeit eventuell knapp werden würde. Am Posten 122
beschlossen wir deshalb, uns langsam auf den Rückweg zu machen. Zeitlich ins Schlingern sind wir
dann erst auf der letzten Passage zwischen Thale und Gernrode gekommen. Hier wählten wir eine
zwar als Radweg in der Wanderkarte markierte Verbindung, die sich dann aber als kraftraubende
Schlammpiste mit ordentlich Höhenmetern präsentierte. Den Sprint kurz vorm Ziel im Duell gegen
die Selketal-Bahn haben wir dann auch noch (knapp) verloren. Ein 24. Platz von 70 gestarteten
Herrenteams war dann aber doch ein sehr vernünftiges Ergebnis. Mit einem pünktlichen Zieleinlauf
hätte es sogar für Platz 16 gereicht.
Harz-Express: Um etwa 9:10 Uhr fiel der Startschuss. Wir entschieden
uns als erstes die höher wertigeren Punkte westlich von Thale anzufahren und
anschließend über Friedrichsbrunnen wieder zurück nach Gernrode. Wie
geplant radelten wir über Thale und der verhältnismäßig steilen Straße
zur Roßtreppe zum Punkt 118. Leider haben wir eine Abbiegung verpasst,
so dass wir hier etwa 15 min verloren. Anschließend ging es wieder nach
einem kleinen Anstieg weiter zu 119. Wieder konnten wir 20 Punkte
sammeln. Über Totdenrode und dem 469m hohen Kuhberg fuhren wir weiter
zum Punkt 117, welcher an der Talsperre Wendefurth liegt. Nach etwa 50
min erreichten wir über ein paar Umwege dann diesen 35 Punkte wertigen
Posten. Hier gibt es sehr knifflige mit rutschigen Wurzeln überwachsene
Single Trails. Eigentlich wollten wir noch zu 119 fahren. Allerdings war
dafür keine Zeit mehr. Am Ende war dies wohl eine Richtige Entscheidung,
da der Weg von 117 zu 119 sehr beschwerlich gewesen sein sollte. Auf dem
Rückweg zum Kuhberg mußten wir dann entlang einer Hochspannungsleitung
den Weg durch das Gestrüpp bahnen, weil der eigentliche Weg völlig
zugewachsen war. Anschließend ging es entlang des Bodetals nach
Treseburg. Zirka 30 min brauchten wir dann für den steilen Anstieg zum
414m hohen Berg Weißer Hirch. Über die anschließende Hochebene
erreichten wir 1h vor der Deadline 107. Auf der Karte sah der Rückweg
nach Gernrode sehr lang aus, aber da es nur bergab ging, haben wir den
naheliegenden Punkt 108 noch eingesammelt. Gernrode erreichten wir sehr
schnell, so dass wir dann noch genug Zeit hatten den Posten 101 zu
holen. Etwa 10 min vor Zeitende radelten wir dann dem Ziel am Sportplatz
entgegen. Insgesamt sammelten wir 120 Punkte.

kivel:o) : Startzeit Null hatten wir (Felix aus Kiel und ich)
durch unsere zeitige Anmeldung ergattert. Und das war auch sehr gut so. Wir rammelten vom Start
weg gleich zu unserem ersten Posten (105) und machten erst dort die Rundenplanung. Das brachte
uns etwas Ruhe und den Blick auf zwei entbüchste Schafe im Wald. Ein Stückchen weiter auf dem Weg
zum zweiten Posten (109) tappelten dann doch recht gemütlich eine Rotte Wildschweine über die
Straße. Sie schienen uns zu erschnüffeln und legten dann doch einen Zahn zu. Posten 3 (110) war
auch schnell erfahren, allerdings nicht ohne dass Felix eine Wanderanstecknadel aus seinem
Reifen zog. Aber nix passierte. Die Luft hielt im Schlauch. Irgendwann kehrte Ruhe ein und
wir zogen unsere Wege entlang ab und an trafen wir auf den südlichen Posten die Werdauer Husti
und Tobi. Nach Posten 5 (108/107) mussten wir von der detaillierten kleinen
Karte auf die Wanderkarte mit den restlichen Posten wechseln, das war ein schwerer Übergang,
weil plötzlich nur noch die Hälfte aller Sachen in der Natur in der Karte verzeichnet waren
oder auch die Karte nicht immer was mit der Umgebung die sie wiedergeben sollte zu tun hatte.
Aber irgendwie haben wir auch damit alle gewünschten Posten (125/123/122/119) gefunden.
Ganz westlich um die Talsperre führte uns unser Weg. Wir waren auch froh den Posten 106
weggelassen zu haben. Einen kleinen Einbruch hatte ich wegen zu wenigem Essens zwischen
Posten 117 und 114. Ich habe hinterher auch tatsächlich noch 2 Bananen im Trikot gefunden.
Doch auch daraus kamen wir und hatten so ein sehr gutes Rennen, auch wenn wir unseren letzten
Posten nicht mehr so richtig schafften 115 und ins Ziel. Wir waren 3 min früher als notwenig
im Ziel, hatten 270 Punkte gesammelt und kamen so mit 4 Punkten Rückstand in der Gesamtwertung
auf Rang 2 und sind erste in der Mixed-Wertung.
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